Mit dem Kauf des Hauses wurden der Mann, mit dem ich lebe, und ich auch Besitzer einer Pflanze, die ich schon als Kind nicht leiden konnte: eine Sansevieria. Das dumme Ding stand auf der Fensterbank des Zimmers, das einst als Büro genutzt wurde, und sie ist tatsächlich so eine typische Arbeitsplatzpflanze – etwas, was man dorthin stellt, wo man sich aufhalten muss, nicht dorthin, wo man sich ausschließlich wohl fühlen möchte. Mit den stracken Strünken, die spitz wie gigantische Stacheln die Erde durchstechen, sieht die Sansevieria aus wie das Grün einer wüsten Befestigungsanlage. Und tatsächlich wurde aus dem “Bogenhanf” einst Material für “Flitze”-Bögen gewonnen. Gut, die stabilen Blätter geben sich durch Farbschattierung im Gelb-Grün-Bereich und unvorhersehbare Musterung Mühe …