Das Mendener Arboretum – eine botanische Schatztruhe
Vor einhundert Jahren war die Fläche zwischen Walram-Gymnasium und Heilig-Geist-Kirche relativ offen – genau das Richtige für einen Stadtgärtner, der seine Stadt mit Grün in Form von außergewöhnlichen Bäumen schmücken wollte. Der letzte Stadtgärtner Mendens – Helmut Kofoth – hat von seinem Vater, der ebenfalls als Stadtgärtner in Menden tätig war, auch die Weiterführung des Arboretums am Walram übernommen. Die Tatsache, dass man mittlerweile „Luft” schaffen musste, zeigt, dass sich sogar Exoten im Sauerland wohl fühlen.
Die Tatsache, dass eine Weiterführung über die Untere Promenade nicht vollendet wurde, ist bedauerlich. Der Mendener Landschaftspfleger Stephan Reisloh (bei der Stadt unter Ruf 903- 551 zu erreichen) weiß das Arboretum als botanisches Schmuckstück zu schätzen. Er erläutert gern.
Da ist zum Beispiel der Eisenholzbaum, der – wenn er mit mehreren seiner Art zusammensteht – zu Verwachsungen unter- aber auch miteinander neigt. In der Baumpflege nennt man es zunächst den „Kuss der Bäume”, wenn aus der ersten Berührung der Rinde ein dauerhafte Verbindung wird. Von „Hochzeit” spricht man, wenn zwei Zweige sich so eng verbinden, dass sie gemeinsame Jahresringe ausbilden. Der Eisenholzbaum stammt aus Nordpersien und heißt so, weil sein Holz so dicht und schwer ist, dass es nicht schwimmt!
Im Arboretum wachsen weiter Schein- und Sumpfzypresse, der Kuchenbaum (Kazura) sieht derzeit nach nicht viel aus, doch im Oktober, kurz bevor der Japaner seine Blätter verliert, duftet er nach Lebkuchen und begeistert mit seiner Färbung.
Eine etwa 100 Jahre Hain-(Hage- oder Weiß-)buche, die in der Nähe der Hönnebrücke steht, ist die wahrscheinlich älteste ihrer Art im Stadtgebiet. Hainbuchen haben mit Rotbuchen (die rotblättrigen heißen Blutbuchen) nicht viel zu tun. Sie sind eigentlich Birkengewächse. Zwei europäische Zürgelbäume stehen an der Walramstraße. Sie fallen durch ihr verdrehtes Wachstum auf. Die wechselständig und zweizeilig an den Zweigen angeordneten Laubblätter sind gestielt und haben einen gesägten Blattrand.
Ein nordamerikanischer Trompetenbaum macht mit enorm großen Blättern auf sich aufmerksam. Eine Eibe fällt auf, weil sie – entgegen ihrer sonst üblichen Art – ihre Nadeln nicht in flacher Form seitlich links und rechts vom Stiel wachsen lässt, sondern als Quirl – wie die Wald- und die Schwarzkiefer, die mit jeweils einem prächtigen Exemplar vertreten sind.
Eine Stechpalme – Ilex – hat offenbar ein enorm hohes Alter erreicht. Es erscheint ihr völlig überflüssig, sich mittels stachliger Blättern gegen Fraß zur Wehr zu setzen …
(Berg-) Ulmen – sie fruchten, bevor sie Blätter treiben – haben sich hier bislang dem Trend des weltweiten Ulmensterbens widersetzen können. Ein Feldahorn hat eine erstaunliche Größe erreicht und ein chinesischer Götterbaum treibt seine verblüffenden Blüten in der Nähe von „Roths Büdeken”. Es gibt so vieles zu entdecken!
Ein Arboretum (lat. arbor = Baum) ist eine Sammlung – nicht in Pflanzgefäßen wachsender – verschiedenartiger, oft auch exotischer Gehölze; dies kann ein botanischer Garten sein, in dem hauptsächlich Bäume und Sträucher angepflanzt werden. Man spricht von einem „Fruticetum”, wenn nur Sträucher angepflanzt werden. Werden in einem Arboretum nur Nadelgehölze angepflanzt, nennt man es „Pinetum”. Das Mendener Arboretum am Walram Gymnasium wurde von den (zwei Generationen) Stadtgärtnern Kofoth angelegt.
















Sehr schöne, entspannungsvolle Foto-Text-Präsentation. Als “Heilpflanzen”-Botanikerin und Pharmazeutin konnte ich diesmal die deutsche botanische Sträucher- und Bäumennamen weiterkennenlernen. Birkenblättter und Eibenrinde sind auch in der Pharmaindustrie angewendet.
Danke schön, Frau Karin Drolshagen.