Die Zukunft nach der LGS

15. Juli 2010 | Mendener Geschichten | Von (Pressemitteilung/Lesermeinung)

Was passiert mit dem Gelände der Landesgartenschau Hemer 2010, wenn diese am 24. Oktober offiziell beendet ist? Ganz klar, es geht weiter! Wie genau sich die Nachnutzung aber darstellen wird, darüber beraten die Hemeraner Ratsfraktionen in den kommenden Wochen.

„Das von mir im Vorfeld der Landesgartenschau so häufig zitierte, bekannte Wort ‚Sommermärchen’ ist Wahrheit geworden”, freute sich Hemers Bürgermeister Michael Esken, als er am Dienstag (13. Juli) das Nachnutzungskonzept für die Landesgartenschau dem Stadtrat vorstellte. Darin hat Hemers Stadtverwaltung unter Federführung des Ersten Beigeordneten Guido Forsting etliche Vorschläge unterbreitet. Unter anderem könnten die Musikschule oder auch die Bücherei ihren Weg auf das heutige LGS-Gelände finden. Im Bereich der Stadtterrassen soll ein Wohngebiet entstehen. Die meisten Themengärten, die schon über 450.000 LGS-Besucherinnen und Besucher begeistert haben, bleiben erhalten.

Vor allem aber wird in der Drucksache, die auf der Internetseite der Stadt Hemer einsehbar ist, eines deutlich: Hemer kann sich auf einen tollen Erlebnispark freuen, der auch in den nächsten Jahren enormes Attraktivitätspotenzial besitzt! Dazu tragen auch verschiedene Rahmenbedingungen bei, die es einzuhalten gilt. So erhalten beispielsweise Förderbescheide einen Hinweis auf Nachhaltigkeit.

„Insoweit ist es uns nicht gestattet, Maßnahmen, die im investiven Bereich gefördert wurden, aus Kostengründen bzw. aus Unterhaltsgründen demnächst zu vernachlässigen”, erklärt Michael Esken. „Zum anderen gibt es zahlreiche steuerrechtliche Aspekte, die an der einen oder anderen Stelle kein Gestaltungsspielraum zulassen.” Derzeit wird bei den alljährlichen Pflegekosten für das jetzige Landesgartenschau-Gelände von rund 340.000 Euro ausgegangen, so dass auch künftig mit dem Gelände Einnahmen generiert werden müssen.

Für eine Nutzung der derzeitigen LGS-Geschäftsstelle schlägt Michael Esken vor, darin Stadtarchiv, Musikschule, LGS GmbH/Kulturbüro, VHS, Zweckverband für psychologische Beratungen und die „Lebenshilfe” unterzubringen. „Wesentlicher Bestandteil des Aufteilungsvorschlages ist auch die Verlagerung der Musikschule vom alten Amtshaus auf das ehemalige Kasernengelände. Dabei ist es von Bedeutung, dass die Musikschule derzeit keinen barrieregerechten Zugang hat. Dieser müsste am alten Amtshaus mit erheblichen Mitteln hergestellt werden. Wir können uns derzeit in der Verwaltung sehr gut vorstellen, dass wir die Eigenbetriebe, sprich die Verwaltung der Eigenbetriebe, im Alten Amtshaus zusammenführen. Es kommt aber auch als Option eine Veräußerung des Gebäudes in Betracht.”

Außerdem kann sich die Stadtverwaltung vorstellen, die Stadtbücherei aus dem Innenstadtbereich jetzt in das neue Kulturquartier zu verlagern. Die gesamte Fläche mit der Stadtbücherei bis hin zur Türmchenvilla sollte einer städtischen Bebauung zugeführt werden. „Sie werden also viele Fragestellungen haben, die in den nächsten Wochen und Monaten dann noch abgearbeitet werden”, so Michael Esken in Richtung Stadtrat. „Wir möchten Ihnen als Verwaltung vorschlagen, die Landesgartenschau GmbH nicht aufzulösen, sondern Sie in eine GmbH, die dann zu 100% städtische Tochter ist, zu überführen.”

„Einen wichtigen Beitrag werden die Nutzungen des Grohe-Forums, unserer neuen Multifunktionshalle, leisten müssen”, stellt Hemers Bürgermeister heraus. „Wir haben im Rahmen der Landesgartenschau die Erfahrung gemacht, dass wir mit unserem Forumsplatz die Möglichkeit haben, Konzerte und Veranstaltungen mit einem Teilnehmerkreis bis zu 9.000 Menschen durchzuführen. Dabei ist es ganz wichtig, dass wir uns darauf verständigen, sogenannte Top-Acts zu bestellen, die auch einen Publikumsmagnet darstellen.” Weiter wird das Grohe-Forum künftig für den Sport der Regenbogenschule und der Hauptschule Urbecker Straße sowie für Handball beim HTV Sundwig-Westig genutzt.

„Es gibt also jetzt eine Menge zu tun”, fasst Michael Esken zusammen und wendet sich an Hemers Ratsmitglieder: „Sie kennen dieses Gefühl, genauso wie wir hin zur Landesgartenschau in vielen Sitzungen Beschlüsse gefasst haben, müssen wir jetzt das gemeinsam im Nachnutzungskonzept fortsetzen, was wir begonnen haben. Die Zeichen für eine Nachnutzung stehen gut, wir sind auf einem guten Weg und ich denke, wir werden auch diese wichtige Herausforderung, diese wichtige Weichenstellung für Hemer, diese wichtigen Beschlüsse, die zu fassen sind, gemeinsam auf den Weg bringen können. Ich wünsche Ihnen bei der Beratung in den Fraktionen nunmehr erstens viel Geduld, zweitens einen langen Atem und drittens die weisen Entscheidungen, die Hemer, Ihre, meine und unsere Stadt voranbringen.”

In der nächsten Ratssitzung am 14. September sollen bereits die ersten kurzfristigen Maßnahmen, nämlich die des Umbaus des Geländes nach der Beendigung der Landesgartenschau am 24. Oktober, beschlossen werden.

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Ein Kommentar auf "Die Zukunft nach der LGS"

  1. Dr. Malgorzata Hartwich sagt:

    Chance ergreifen!
    Man sollte jetzt z.B. über das “Konzept vom Förderverein Oesetalbahn Hemer-Menden” den Bürgermeister der Stadt Hemer, Michael Esken, die Hemer-Ratsmitglieder, aber gleichzeitig alle Bürgermeister und Ratsmitglieder vom gesamten DB-Städte-Netz d.h. Hemer, Menden, Neuenrade, Balve, Fröndenberg, Unna, Dortmund, Holzwickede (Dortmunder Flughafen), vielleicht sogar auch niederländische: Venlo, Enschede informieren.

    Jetzt haben wir wirklich die Chance, eine regelmäßige, dauerhafte 4-Jahreszeiten-/oder Saison- (Frühlings-Herbst)-Bahnstrecke Menden-Hemer ins DB-Sauerland-Netz zum Wohler aller einzuführen. Die NRW-/deutsche-/niederländische-Gäste könnten die einfache, weil direkte, schnellere DB-Verbindung mit dem “Schönes NRW-9-Uhr-Tages-/NRW-Schönes-Wochenende-Ticket” oder der Schüler-Dauer-Fahrkarte nutzen.

    Auf diese Weise könnten der Förderverein Oesetalbahn Hemer-Menden und auch andere oben genannte Vereine und Stadtverwaltungen die NRW-Finanzierungszuschüsse (für Sanierung/Modernisierung/Bewirtschaftung/Tourismus/Heimatpflege/Städteverschönerung inkl. Bahnstrecke Menden (Sauerland)-Hemer/Bahnhofsgebäude/Behinderten-freundliche Bahnsteigzugang und Bahnsteigkantenanpassungen) auf allen Bahnstrecken, für alle Bahnhöfe (…) organisiert werden.
    Es könnten so viele Probleme auf einmal dank des “Hemer-Gartenschau-Zukunftsprojekt 2011-(…)” gelöst werden.

    Ich unterstütze alle zukunftswertvollen Hemer- und Region-Projekte, die mit dieser Sache zu tun haben, und wünsche allen viel Freude damit. Solidaritätstaten in der Sache könnten viele positive Veränderungen für alle bringen!

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