Gefeiert wird trotzdem

19. Juni 2010 | Mendener Geschichten | Von Karin Drolshagen

Schon gleich nach den ersten Spielzügen sinkt die Stimmung am Hagebuttenweg 9. „Mendens beste Nachbarschaft” hat sich an diesem Freitagnachmittag zusammengefunden, soweit die „Chefs” es erlaubt haben, um bei Theo und Monika Tekaat Fußball zu gucken. Seit „Ewigkeiten” wird hier gemeinsam die Bundesliga verfolgt. Jetzt – die Liga ist ja nun gelaufen – ist die WM dran. Doch die Deutschen stellen sich ein bisschen dumm an, und dann fliegt auch noch Klose vom Platz und dann schießen die Serben auch noch ein Tor – DAS Tor, das – blöderweise – EINZIGE Tor. Denn Prinz Poldi vergeigt dann auch noch einen Elfer. Mann, Mann, Mann! Da fängt man schon mal mit dem Frust-Grillen an…

Immerhin: Hier gibt’s immer was zu feiern. Heute ist es in erster Linie Monika Tekaats Geburtstag. Und wenn der nicht wäre, wäre immer noch „die weltbeste Nachbarschaft” ein Grund. Da wird nicht lang überlegt. Im Bereich Hagebutten-und Heckenrosen weg rückt man rasch zusammen, wenn’s um sportliche Ereignisse geht. Renate Harnischmacher kennt sich mit Handball ganz gut aus – das hängt wohl mit dem Nachwuchs zusammen… Andere Nachbarjungs sind erfolgreiche Leichtathleten – nun ja, die Platte Heider sind eben nicht nur beim Vfl aktiv…

Viktoria Tekaat erinnert sich: „Wir sind hier am 1. Juli vor 40 Jahren eingezogen. Das war von Anfang an eine tolle Nachbarschaft.” Und Renate Harnischmacher denkt an die WM vor 12 Jahren: „In dem Jahr hatten wir so viele runde Geburtstage…” Offenbar leben überwiegend Zwillinge und Krebse am Hagebuttenweg. „Damals haben wir bei euch auf der Wiese den Fernseher unter die Obstbäume gestellt und mit Wolldecken dafür gesorgt, dass man auf dem Bildschirm überhaupt was erkennen konnte.” Monika Tekaat nickt: „Bislang haben wir immer Glück mit dem Wetter gehabt.
Einige Nachbarn gehen inzwischen sogar dazu über, dann zu feiern, wenn ich meinen Geburtstag feiere – weil dann das Wetter mitspielt.”

Doch heute ist die Stimmung erst einmal im Keller. Da haben sie die Garage so schön hergerichtet, den Fernseher schön mittig gesetzt, ein Zelt davor aufgestellt, Deutschland-Fahnen gehisst und jetzt so eine Pleite. Naja, nach der ersten Grillwurst und bei einem Glas Bier wird man sich trösten und sich auf die weiteren WM-Spiele freuen. Und spätestens mit Beginn der Bundesliga geht’s wieder richtig rund.

Ach – irgendwie scheint man hier Schalke nicht besonders zu mögen: Der Witz, den offenbar nur der Besuch vom Mendener Magazin noch nicht kannte: Wie isst man auf Schalke Äpfel? – Na, ohne Schale natürlich!

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